Krise und Revolution

Was ist eine Krise?

Der Begriff Krise begegnet uns ständig, egal ob im Privaten oder in den Medien. Doch was steckt hinter diesem Begriff?

Was ist eine Revolution?

Von der Französischen Revolution hat jeder schon einmal gehört. Aber warum wird eigentlich nicht von der "französischen Krise" gesprochen und was ist eine Revolution?

Arbeitslosenschlange im Hof des Arbeitsamtes Hannover, Königsworther Platz 1, 
Mai 1932

Bildquellen:
https://www.walter-ballhause.com/arbeitslosigkeit
https://de.wikipedia.org/wiki/Tuileriensturm#/media/Datei:Jacques_Bertaux_001.jpg

Tuileriensturm während der Französischen Revolution

Was ist eine Krise?

Das subjektive Krisengefühl

In den Nachrichten wird ständig über Krisen gesprochen. Daher haben viele Menschen das Gefühl, in einer größeren Krise zu leben, als sie real exisitiert. Der Historiker Rudolf Vierhaus spricht deshalb von einem subjektivem Krisengefühl. Deswegen ist es wichtig, den Begriff Krise genau zu definieren.

Schlagzeilen der letzten Tage (Stand 15.9.24)

Was ist eine Revolution?

Reform bedeutet eine Veränderung in einem bestehenden System, zumeist von der Regierung ausgehend. Ein Beispiel für eine Reform wäre etwa die Abschaffung der Leibeigenschaft im russischen Zarenreich 1861.


Eine Revolution hingegen bedeutet eine grundlegende Veränderung eines Systems, also z.B. die Veränderung der Staatsform. In Folge der russischen Revolution wurden die Repräsentanten der alten Machtstrukturen, also der Zar und die orthodoxe Kirche, gewaltsam beseitigt und ein sozialistischer Staat ist entstanden.

Revolutionstheorien entwickeln Modelle, die die Ursachen von Revolutionen erklären.

Bildquelle:
https://www.deutschlandfunk.de/lange-nacht-der-russischen-revolutionen-vereint-im-leiden-100.html

Krise und Revolution

Revolution ist häufig eine Konsequenz aus einer Krise. So lassen sich z.B. im Zarenreich verschiedene Aspekte einer Krise (wie z.B. große soziale Ungerechtigkeit) erkennen, bevor es von 1917 bis 1923 zur russichen Revolution kam. 


Bauernfamilie in Russland während des Ersten Weltkrieges

Bildquelle: (c) akg-images / picturedesk.com

Häufig gestellte Fragen

1. War die Covid-19 Pandemie eine Krise?

Es treffen auf jeden Fall verschiedene Merkmale einer Krise (nach Rudolf Vierhaus) zu. Die Pandemie betraf mehrere Lebensbereiche und war ein komplexer und offener Prozess. Auch gab es Menschen, die zu dieser Zeit das Vertrauen in die Regierung verloren hatten, es handelte sich jedoch um keine Mehrheit.
Krisen sind laut Vierhaus vor allem Veränderungsprozesse. Im Zuge der Pandemie kam es zu keinen grundlegenden Veränderungen innerhalb von Deutschland. Es lassen sich also nur einige Aspekte einer Krise erkennen.

2. Warum nehmen wir besonders Wirtschaftskrisen als Krisen wahr?

Insbesondere große Wirtschaftskrisen, wie z.B. die Finanzkrise 2008, betreffen viele Menschen auf einmal und stellen einen großen Einschnitt in das alltägliche Leben dar -  bis hin zum Verlust von Ersparnissen oder des Arbeitsplatzes und damit des Einkommens. Daher werden vor allem Wirtschaftskrisen als besonders krisenhaft wahrgenommen.

3. War die nationalsozialistische Machtübernahme 1933 eine Revolution?

Die "Machtergreifung" der NSDAP beinhaltet zwar Aspekte einer Revolution, da die Demokratie der Weimarer Republik damit faktisch beendet war und eine Diktatur errichtet wurde. Damit einher ging massive Gewalt z.B. durch die SA.

Der Systemwechsel erfolgte aber nicht plötzlich und schnell, sondern wurde erst nach dem Machtwechsel vollzogen. Hitler wurde zum Reichskanzler ernannt und ist somit auf legalem Weg im Rahmen der Weimarer Verfassung an die Macht gelangt, was einer Revolution widerspricht.


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